Schnitte über Schnitte.
Heute war es mal wieder soweit. Der Druck wurde immer stärker und schaffte es letztendlich, mich kaputt zu machen.
Meine Gedanken kreisten um meine Gefühle, mein Gewicht und die Schule. Ich schaute zuerst einen Film, um mich abzulenken. Dann hörte ich Musik, um mich abzulenken. Doch nichts klappte. Vielleicht sollte es auch einfach nicht klappen. Ich fing an zu weinen und schloss schnell meine Zimmertür ab. Ich nahm den Zirkel, der direkt neben mir auf dem Schreibtisch lag, da ich davor Mathehausaufgaben machte. Ich schnitt drauf los und könnte nicht mehr aufhören. Ich spürte einfach keinen Schmerz. Bis jetzt spüre ich ihn nicht, doch es klopfte an meine Tür, weshalb ich aufhören musste, mich zu schneiden. Ich wischte meine Tränen weg und ging zur Tür. Meine Schwester war da. Sie wollte wissen, ob wir heute Abend eine Pizza bestellen. Ich sagte nein. Ich will schließlich nicht noch fetter werden, als ich eh schon bin! Als sie fragte, wieso, sagte ich nur, dass ich keinen hunger habe. Sie glaubte mir nicht und wollte mir einen Vortrag halten, dass ich was essen muss. Da ich sie einfach nur los werden wollte, gab ich nach und willigte ein. Ich werde sie einfach wegwerfen oder so.
Krank bin ich auch schon wieder. Ich bin nur am husten und niesen. Was ich aber im Moment gar nicht so schlimm finde. Denn Morgen werde ich sicher nicht in die Schule gehen. Ich will die alle nicht sehen. Ich würde am liebsten nie wieder jemanden sehen! Sterben wäre wohl die beste Lösung. Aber wie soll ich das machen, wenn meine Mama und meine Schwester ständig in mein Zimmer kommen?
Ab jetzt kann ich nur noch Pullis anziehen, da meine Schnitte nicht zu übersehen sind. Ich würde gerade gerne weiter meinen Arm zerschneiden.. Doch wäre das das Richtige? Vermutlich nicht. Obwohl meine Seele nach Befreiung schreit, die sie durch die Schnitte ein bisschen bekommen würde. Wenn auch nur für kurze Zeit.
Zugenommen habe ich auch noch. 200 Gramm!
Ich werde vermutlich nie wieder richtig glücklich sein.
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